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Sommerkonzert, Samstag, 15. Juni 2019

Leclair (1697 -1764) war schon in jungen Jahren ein angesehener Tänzer und Violinist. Ehrgeizig und talentiert eignete er sich auf der Geige die Spieltechnik der Franzosen und Italiener an, nahm Kompositionsunterricht, trat als Solist auf und veröffentlichte erste Kompositionen. Beides steigerte seinen Ruhm. Er galt bald als „le Corelli de la France“, erhielt Anstellungen am französischen und niederländischen Hof und brillierte europaweit in Konzerten.
In seinen virtuosen Kompositionen, die zuweilen in die Nähe Vivaldis gerückt werden, gelang ihm die Verschmelzung französischer und italienischer Stilelemente. Seine Violinmusik stellt höchste Ansprüche an Bogenführung und Geläufigkeit. Sie verlangt den Ausführenden höchstes Können ab. Insbesondere seine Violinduos, für Liebhaber gedacht, erzielten schon zu Lebzeiten große Breitenwirkung. Nicht zufällig hält Leclair auf einem Porträt den Beginn einer Sonate aus Opus 3 in der Hand, aus dem am Konzertabend drei Sonaten erklingen werden.
Auch der in Braunschweig geborene Louis Spohr (1784 – 1859) war zeitlebens hochberühmt. Er zählte bereits mit 20 Jahren zur Elite der deutschen Violinvirtuosen und Geigerkomponisten. Sein Ruhm steigerte sich im Laufe seines Musikerlebens durch die erfolgreiche Aufführung zahlreicher Kompositionen sowie seine weltweite Konzerttätigkeit als Solist und Dirigent. Von den Idealen der Aufklärung und von der Musik der Wiener Klassik begeistert, schuf er anspruchsvolle und vielseitige Kompositionen, die ihn zeitweilig als bedeutendsten deutschen Komponisten erscheinen ließen.
Kantabler Violinstil, motivisch verarbeitete Virtuosität und organische Einheit der einzelnen Abschnitte tragen dazu bei, dass Spohrs Violin-Kompositionen sowohl Ausführende als auch Hörer bis heute faszinieren und mitreißen.

So sind auch die beiden Geigerinnen Young Min Lee und Hyejung Cho den Werken Spohrs und Leclairs verfallen. Im Konzert spielen sie von Leclair die Sonaten Nr. 4 und 5 aus den 6 Sonaten für 2 Violinen (op. 3) von Leclair sowie das Duett Nr. 3 in Es-Dur aus den Duetten für 2 Violinen Op. 67 von Spohr.
Als Violin-Duo bewegen sich Lee und Cho in deren gefühlvoller Musiksphäre. Es ist ein Wechselspiel zwischen den Extremen von Einheit und Trennung. Mal verschmelzen sie zu einer vollkommenen Harmonie, als wären sie eine Seele und ein Instrument, und dann erlebt man sie in fast konkurrierender Individualität wieder. Sie möchten die aufregenden und intensiven Momente der gespielten Musik mit den Zuhörer*innen teilen und laden ein, sich verführen zu lassen in die ganze Welt der Gefühle, von Spannung und ausgelassener Freude, über besinnliche Melancholie bis hin zu Harmonie und innerem Glück.
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