Das kleine Kirchenlexikon


Der Vikar, die Vikarin

von Marisa Mann

Konfirmation

von Ursula Henning

Anonyme Bestattung

von Pfarrerin Gundula Guist, Pfarrer Reiner Guist, Pfarrer Hans-Jörg Wahl

Der Weg zum Prädikantenamt

von Pfarrerin Gundula Guist

Die Dekanatssynode

von Prof. Gottfried Pohlmann

Was macht eigentlich ein Dekan bzw. eine Dekanin?

von Ursula Henning, KV-Vorsitzende

Was macht eigentlich die Landes-Synode?

von Ursula Henning, KV-Vorsitzende

Was macht eigentlich der Propst?

von Dr. Sigurd Rink, Propst für Süd-Nassau

EKHN - Was ist das eigentlich

von Ursula Henning, KV-Vorsitzende

Abschied nehmen

In vielen Fällen geht alles ganz schnell. Etwa 50 Prozent der Menschen in unserem Land sterben in einem Krankenhaus, weitere 30 Prozent in einem Pflegeheim. Mehr bei Rat & Hilfe

Die Taufe

Die Taufe ist eines der ältesten Rituale der Christenheit und geht auf Jesus zurück.
Jesus selbst hat sich am Jordan taufen lassen. Obwohl Jesus nicht selbst taufte, hat er seinen Jüngern den Auftrag gegeben: »Geht hin und macht alle Völker zu Jüngern, tauft sie auf den Namen des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes« (Mt 28, 16-20). Diese Worte werden bei jeder Tauf-Feier gelesen. Damit wird deutlich gemacht: Wir taufen nicht, weil es ein Bedürfnis ist, am Anfang eines Lebens ein Ritual zu haben, bei dem ein neuer Mensch liebevoll in seiner Familie und auf der Welt begrüßt wird. Wir taufen vielmehr, weil dieses Ritual uns mit Christus selbst und mit der Gemeinschaft der ihm Nachfolgenden verbindet.

Das Symbol des Wassers:
Wer in Israel unterwegs ist, erfährt es ganz unmittelbar: Wasser bedeutet Leben. Wo immer das Land bewässert wird, ist es fruchtbar: Orangen, Avocados, Datteln, Tomaten, Weintrauben - alles grünt, blüht, wächst und gedeiht. Wo das Wasser hingegen fehlt, bleibt das Land trocken, wüst und leer. Wasser ist ein Urelement des Lebens. Als Ungeborene sind wir herangewachsen im Bauch unserer Mutter und waren dabei umgeben von Fruchtwasser. Auch psychologisch hat das Wasser seine Bedeutung: Die Traumdeutung sagt: Wasser im Traum hat stets zu tun mit unserer Gefühlswelt. Das Wasser ist - genau wie unsere Gefühle - immer in Bewegung. Es verändert sich, nimmt unterschiedliche Gestalt an von der Quelle über den Gebirgsbach bis hin zu einem Fluss, der sich ins Meer ergießt. Dann verdunstet das Wasser, steigt auf in eine andere Dimension, einen anderen Aggregatzustand, wird Dampf, um sich dann wieder zu wandeln und als Regen oder Schnee zurückzukehren auf die Erde. Wasser lebt in einem Kreislauf, klärt sich ständig, so wie unsere Gefühle sich immer wieder neu verändern und klären im Lauf unserer Lebenskreise. Einen Menschen in der Taufe mit dem Lebens-Urelement Wasser in Berührung zu bringen, heißt deshalb auch: Wir wünschen dir den reichen Segen Gottes, dass dein Leben gelingen, blühen und reiche Frucht tragen möge. Wir wünschen dir auf dem Weg zu deiner eigenen Menschwerdung, dass du - in gutem Kontakt mit deinen eigenen Gefühlen - immer wieder zu Klärung und Erneuerung kommen kannst.

Symbol des Siegels der Liebe:
Im Römischen Reich war es üblich, dass Sklaven das Siegel ihres Besitzers in die Haut eingeprägt bekamen. Unauslöschlich sollte damit die Zugehörigkeit zu einem bestimmten Herrn dokumentiert werden. Wer sich als Christ zu Jesus Christus als seinem Herrn bekennt, wird durch die Taufe mit einem einmaligen und unauslöschlichen »Zugehörigkeitszeichen« ausgestattet. Er wird »mit dem heiligen Geist Gottes versiegelt« (Epheser 4,30). Das Versprechen der unauslöschlichen Liebe Gottes, das wir in der Taufe zugesagt bekommen, wird auch nicht ungültig, wenn ein Mensch sich später konfessionell anders orientiert oder vom Glauben oder von der Kirche abwendet. Es bleibt bestehen – so wie ein Wasserzeichen in einem Papier - unabhängig davon, welche »Lebenslinien « auf dem Papier gezeichnet werden.

Ökumenische Anerkennung:
Die Taufe gewinnt aus diesem Verständnis heraus zunehmend Gewicht im ökumenischen Dialog. Im Rahmen der Magdeburger Erklärung kam es am 29. April 2007 erstmals zu einer formellen Vereinbarung über die wechselseitige Anerkennung der in elf verschiedenen Kirchen (Römisch-Katholische, Evangelische, Orthodoxe, Methodistische, Alt-Katholische und andere Kirchen) in Deutschland vollzogenen Taufen.

Was ich schon immer einmal fragen wollte...

Ich möchte meine Tochter erst dann taufen lassen, wenn sie sich selbst entscheiden kann. Hat sie irgendwelche Nachteile zu befürchten?
Die meisten Kinder werden bei uns als Kleinkinder getauft. Bei der Taufe eines kleinen Kindes wird besonders deutlich, dass Gottes Zuwendung zu einem Menschen von keiner Vorleistung abhängig ist, nicht einmal von einer Glaubensentscheidung. Dieser Aspekt der Taufe ist unserer Kirche gemeinsam mit vielen anderen Kirchen der Ökumene besonders wichtig. Es gibt aber auch christliche Kirchen, denen die eigene Entscheidung für den christlichen Glauben so wichtig ist, dass sie erst Jugendliche und Erwachsene taufen. Wählen bei uns Eltern für ihr Kind diesen Weg, kann das Kind dennoch den Religionsunterricht und den Kindergottesdienst besuchen. Vielleicht ist die Grundschulzeit oder der Konfirmandenunterricht die richtige Zeit, in der dann die Entscheidung zur Taufe fällt. Zur Konfirmation ist die Taufe allerdings Voraussetzung.

Ich bin aus der Kirche ausgetreten. Kann ich mein Kind trotzdem taufen lassen?
Gottes Liebe und Zuwendung zu dem Kind ist nicht abhängig von der Kirchenzugehörigkeit seiner Eltern. Wenn kein Elternteil einer Kirche angehört, ist es Aufgabe der Paten, die christliche Erziehung des Kindes zu fördern. Wenn Sie dies unterstützen können, kann Ihr Kind getauft werden. Doch wie wäre es, wenn Sie anlässlich der Taufe Ihres Kindes wieder in die Kirche eintreten würden?

Unsere Paten sind beide katholisch. Geht das?
Zumindest ein Pate soll evangelisch sein, denn das Kind soll ja nicht nur in den christlichen Glauben, sondern auch in „seine“ evangelische Kirche hineinwachsen mit der Hilfe seiner Paten.

Vielleicht entscheidet sich mein Kind später einmal für eine andere christliche Konfession. Muss es dann „umgetauft“ werden?
Nein. Die Taufe verbindet alle christlichen Kirchen auf der ganzen Welt miteinander. Sie alle taufen mit Wasser und im Namen Gottes, „des Vaters, des Sohnes und des Heiligen Geistes“. Dies geschieht in allen Kirchen nur ein Mal. Damit wird das Besondere der Taufe als eine bewusste Entscheidung zum christlichen Glauben ausgedrückt. Will Ihr Kind, wenn es größer wird, einmal zu einer anderen Kirche gehören, also konvertieren, wird es in der Regel nach Gesprächen mit einem Pfarrer oder einer Pfarrerin, meistens in einem Gottesdienst, in die andere Glaubensgemeinschaft aufgenommen. Aber getauft wird nicht noch einmal.

Mein bester Freund ist Christ, aber aus finanziellen Gründen aus der Kirche ausgetreten. Kann er Pate werden?
Leider nein. Denn das Patenamt stellt eine Beauftragung durch die Kirche dar, zur christlichen Erziehung des Täuflings beizutragen. Darum gehört die Mitgliedschaft in einer Kirche zu den Voraussetzungen für das Patenamt. Vielleicht kann Ihr Freund für die religiöse Erziehung Ihres Kindes dennoch eine Rolle spielen. Und auf jeden Fall kann er bei der Taufe dabei sein.

Wir Eltern haben uns mit dem Paten unseres Kindes zerstritten. Können wir ihn „streichen“ lassen und uns einen neuen Paten aussuchen?
Ihr Pate war Zeuge der Taufe. Diese Patenaufgabe ist einmalig und lässt sich nicht rückgängig machen, auch wenn er seinen Aufgaben als Pate nicht gerecht wird. Deshalb können Sie den Paten nicht aus den Kirchenbüchern streichen lassen. Sie können aber auch nachträglich noch eine Person suchen, die die religiöse Erziehung Ihres Kindes begleitet.

Gehört es zur Pflicht der Paten, nach dem Tode der Eltern für das Kind zu sorgen?
Nach dem Tod der Eltern entscheidet ein Vormundschaftsgericht, wer die Fürsorge für ein verwaistes Kind übernimmt. Diese bekommen dann nicht automatisch die Paten übertragen.

Dürfen wir im Taufgottesdienst fotografieren?
So schön Fotos sind, eine Taufe sollte kein „Fototermin“ sein. Nach dem Gottesdienst können Sie mit dem Pfarrer oder der Pfarrerin und Ihrer Familie am Taufstein in aller Ruhe fotografieren.

Was ist ein Agapemahl?

von Pfarrer Dr. Hans-Jörg Wahl
"Abendmahl zu Hause" bei Rat & Hilfe
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